Die Osterzeit im Waldorfkindergarten

Das Osterfest ist ein bewegliches Fest, das heißt es fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum. Gefeiert wird es immer am ersten, auf den Frühlingsvollmond, folgenden Sonntag. Zu Ostern erfreuen wir uns über das zunehmende Licht, die länger werdenden Tage, die Wärme der Sonne, die Blumen und Knospen und über die Vielzahl der Vögel und Tiere, neues Leben entsteht.

Als Einstimmung und Vorbereitung auf das Osterfest im Kindergarten ist es Brauch, das Ostergras zu säen, dieses geschieht ca. 2 Woche vor dem Osterfest. Es ist eine sehr schöne und sinnvolle Tätigkeit für die Kinder und gleichzeitig ein schönes Bild für die „Auferstehung“. Das eigentliche Osterthema ist ja „Tod und Auferstehung“. Für das kleine Kind ist diese christliche Bedeutung aber noch nicht zu verstehen und wird deshalb auch nicht angesprochen. Die Hintergründe sollten nicht erklärt, sondern durch nachahmende Erfahrungen und Erlebnisse vermittelt werden. Im Kindergarten wird deshalb die Osterzeit durch Symbole und die Auseinandersetzung des Erziehers mit diesem Thema und seiner Gesinnung erlebbar gemacht.

Die Kinder hegen und pflegen nun täglich ihr Ostergras, es wird gegossen und bestaunt. Sie erleben wie aus dem Korn Gras wächst und etwas Neues entsteht. Am letzten Kindergartentag vor den Osterferien nimmt jedes Kind sein „Ostergärtchen“ mit nach Hause um es dort weiter zupflegen. Es ist wünschenswert, nach Ostern das kleine Gärtchen wieder der Natur zurückzugeben, zum Beispiel im eigenen Garten, am Wiesenrand oder im Park.

Weitere „Bilder“ für das Kind in der Osterzeit ist das Osterei, es gilt als Sinnbild der ewigen Wiederkehr des Lebens und der Auferstehungskräfte. Die harte Schale des Eis umschließt den Dotter, die Substanz, aus der sich neues Leben heran entwickelt. Oft werden die Eier in der Farbe Rot gestaltet. Der österliche Bote der die Eier bringt, ist der Hase.

Er ist ein anderes „Bild“ für das Osterfest. Der Hase ist sanftmütig und selbstlos, er opfert sich für seine Kameraden bei der Verfolgung. Er hat ein feines Gehör, er ist ganz „Ohr“. Betrachtet man das Sozialverhalten des Hasen und sieht es als reine Geste an, kann es zum Bild der „Opferkräfte“ werden. Das Wesen des Hasen könnte uns als ein Vorbild dienen, z. B. das mitunter materialistische und engstirnige Denken und Handeln zu überwinden? Offener und hellhöriger zu werden, mehr wahrzunehmen, empathischer und selbstloser durchs Leben zu gehen.

Ein letztes Bild des Osterfestes, ist das Suchen und Finden. Für unsere Kinder ein spannendes Ritual … das Ostereier- Suchen ist bei den Kindern mit großer Freude und Spaß verbunden.

Für uns Große eher ein auseinander setzen mit der Frage: Sind wir als Menschen nicht immer wieder auf der Suche nach dem rechten inneren Weg, dem Sinn des Lebens. Lauschend auf die Schicksalsereignisse im eigenen und in dem Leben der Anderen? Daran will uns das „Osterei erinnern“, das nicht offen daliegt, sondern versteckt ist und damit den Willen zum Suchen herausfordert. In diesem Sinne, machen wir uns auf zum Suchen…

 

Das Osterfest in unserem Kindergarten feiern wir am Mittwoch dem 14. April 2021.